Herzlich willkommen zu unserer Weingeschichte!

Warum eine eigene Seite zur Weingeschichte? Nun, die Entwicklung unserer Kultur ist eng mit der Geschichte des Weinbaus verbunden. Auch wenn Wein heute sicherlich eine ganz andere Rolle spielt, wurde er früher als das Getränk der Götter angesehen und hatte dementsprechend einen hohen Stellenwert. Dionysos bei den Griechen und Bacchus bei den Römern galten in der Mythologie als Weingötter, und auch in anderen Kulturen war der Wein ein wichtiges Gut, was man z. B. an Grabbeigaben erkennen kann.


Wikipedia / Stefan Kühn

Auf den folgenden Seiten wollen wir die Höhepunkte der Weingeschichte über die Jahrtausende dokumentieren und Wissen zu einzelnen Unterpunkten, wie z. B. der Entwicklung einzelner Rebsorten, berühmter Weinbaugebiete in Deutschland und im Ausland, sowie andere interessante Fakten und Informationen rund um das Thema Wein, Weinbau und seine Geschichte zusammentragen.

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Der Beruf Winzer

Der Winzer kümmert sich um die Pflege der Weinreben -
©pixaybay/cocoparisienne

Der Winzer ist in der Regel in sämtlichen Aspekten des Weinbaus involviert, von der Ernte der Reben bis hin zur Abfüllung der Weine. Er ist auch für sämtliche Methoden und Techniken verantwortlich, vom Stampfen der Reben, bis hin zur Fermentation und zum Reifen der fertigen Weine. Winzer können ihren Beruf im Betrieb erlernen oder auch im Studium an einer Hochschule. Sie kombinieren bei ihrer Arbeit wissenschaftliche Konzepte mit ihrer praktischen Erfahrung, um den chemischen Aufbau eines Weines zu verändern und wichtige Entscheidungen bezüglich der Balance von Zucker, Säure, Schwefel und Sulfit im Wein zu treffen.

Darüber hinaus überwachen die Winzer auch die Arbeit der Weinbauern im Weinberg, die entweder unabhängig oder festangestellt für ein bestimmtes Weingut arbeiten. In vielen kleineren Weingütern kümmert sich der Winzer häufig auch selber um die Pflanzung der Rebstöcke und auch um das Marketing und den Verkauf des fertigen Endprodukts.

Grundsätzlich beginnen die Aufgaben des Winzers damit, die richtige Zeit für die Weinlese zu bestimmen. Dieser hängt von dem Anteil an Flüssigkeit, Zucker und Säure in den Reben ab und der Erntezeitpunkt hat einen großen Einfluss auf den fertigen Wein. Darüber hinaus organisiert der Winzer häufig auch die Weinlese und den Abtransport der geernteten Reben.

Nach der Ernte überwacht der Winzer das Stampfen der Reben zum Most. Er fügt dem Most Hefe, Schwefel und Zucker hinzu und setzt anschließend durch Wärme den Fermentationsprozess in Gang. Bei diesem Prozess werden Pumpen und Kessel eingesetzt, um den Wein vom Most zu trennen und zu fermentieren, bevor er anschließend in Eichen- oder Stahlfässern abgefüllt und gereift wird. In manchen Weingütern kümmert der Winzer sich auch um die Instandhaltung der Pumpen, Fässer und des sonstigen Equipments im Weinkeller. Darüber hinaus überwacht der Winzer die Arbeit von Labortechnikern, die Weinproben auf ihre chemische Zusammensetzung analysieren. Basierend auf diesen Tests weiß der Winzer genau, wann er das fertige Produkt in Flaschen abfüllen muss.

Für eine Karriere als Winzer gibt es keine strengen Vorraussetzungen. Wichtig ist ein guter Geruchs- und Geschmackssinn und auch viel Wissen über die verschiedenen Rebsorten und Anbaugebiete. Angehende Winzer können sich das Fachwissen im Rahmen einer Ausbildung aneignen oder ein Studium an einer Hochschule absolvieren. Ein Studium der Önologie vermittelt umfangreiche Kenntnisse über Chemie, Biologie, landwirtschaftliche Technologie und sensorische Bewertung der Weine.

Professionelle Winzer müssen mit allen Aspekten der Weinproduktion und des Marketings vertraut sein. Sie müssen sich natürlich auch mit den gesetzlichen Vorgaben zur Vermarktung der Weine auseinander setzen, die von Land zu Land verschieden ausfallen können.

In kleinen Weingütern ist der Winzer häufig ein Generalist, der in nahezu jedem Aspekt der Weinherstellung involviert ist. Hier ist der Beruf des Winzers sehr abwechslungsreich, denn er muss sich um viele verschiedene Aktivitäten kümmern. Bei größeren Unternehmen sind dagegen häufig mehrere Winzer angestellt, von denen jeder sich auf einen bestimmten Teilbereich der Weinherstellung oder auf eine bestimmte Weinsorte spezialisiert. Bei sehr großen Weingütern beschränken sich manche Winzer sogar ausschließlich auf die Forschung und Entwicklung neuer Weinbaumethoden, während andere Winzer sich um die kommerzielle Weinproduktion kümmern. In solch einem Fall ist der Winzer schon fast mehr ein Wissenschaftler, der mit der eigentlichen Weinproduktion nur noch wenig zu tun hat.

Das Weinjahr 2013 - Ein Rückblick

Das Weinjahr 2013 war vor allem geprägt von den Lauen der Natur. Ein langer Winter, verheerendes Hochwasser, ein kurzer aber dafür heißer Sommer und schließlich auch noch ein verregneter Herbst stellten die Winzer in Deutschland vor einige Probleme. Kein Wunder also, dass die Gesamterntemenge im Jahr 2013 mit rund 8 Millionen Hektolitern weit unter den Prognosen lag. In einigen Weinbauregionen fiel der Jahresertrag ganze 20% unter den üblichen Durchschnitt. Insgesamt wurde rund eine Million Hektoliter weniger produziert, als üblich. Lediglich in Rheinhessen war man mit dem Jahresertrag zufrieden. 

Das gefürchtete "Jahrhunderthochwasser" kam natürlich einige Winzer im Weinjahr 2013 besonders schwer zu stehen. Vor allem in Sachsen hatte das Hochwasser großen Schaden angerichtet. Der Jahresertrag lag hier bei rund 15.500 Hektoliter. Das ist fast nur die Hälfte vom Ertrag, der im Spitzenjahrgang 2008 erzielt wurde, da waren es in Sachsen noch ganze 27.000 Hektoliter. Die Hochwasserschäden fielen aber in den verschiedenen Weinbauregionen ganz unterschiedlich aus. In Saale-Unstrut etwa wurden im Weinjahr 2013 immer noch etwa 43.000 Hektoliter Wein produziert, was für diese Weinregion noch im Durchschnitt liegt.

Nach den heftigen Regenfällen und dem Hochwasser wollte unter den deutschen Winzern 2013 zunächst so gar keine richtige Sommerstimmung aufkommen. Die Weinblüte verzögerte sich wegen der Wetterlage und in manchen Weinregionen lagen die Rebstöcke in ihrer Entwicklung rund drei Wochen zurück. Anfang Juli kamen dann aber endlich einmal sommerliche Temperaturen auf und die deutschen Winzer konnten aufatmen. Es machte sich verhaltener Optimismus breit und viele Winzer hofften trotz des holprigen Starts dennoch auf ein gutes Weinjahr 2013, auch wenn die Vegetation teilweise immer noch ein paar Wochen zurücklag.
Sonnenverwöhnte Weintrauben -
©pixaybay/StefanHoffmann
Nur einige Wochen später machte sich unter den Winzern allerdings schon wieder Frust breit. Die Temperaturen kletterten in einigen Bereichen Deutschlands bis auf 38 Grad Celsius. Dies freute natürlich die Freibadbesucher, stellte die Winzer aber vor einige Probleme. Sie mussten vielerorts ihre Weinberge bewässern, um den Rebstöcken zum optimalen Wachstum zu verhelfen. Das ist natürlich besonders in den Steillagen in Weinbauregionen wie Mosel, Rheingau, Rheinhessen und Pfalz nicht immer ganz unproblematisch. 

Bis zum Ende vom August war es dann mit dem Sommerwetter aber auch schon wieder vorbei. Vielerorts machte sich wieder Regen und Feuchtigkeit breit, was zu erhöhter Schimmelgefahr in den Weinbergen führte. Die Häute der Reben werden zu dieser Jahreszeit bereits dünner und der Schimmelpilz wartet nur darauf, die empfindlichen Rebstöcke zu befallen. Gerade zum Beginn der Erntesaison mussten viele Winzer also auf den letzten Metern dennoch um eine erfolgreiche Weinlese bangen. Viele machten sich daher im Weinjahr 2013 schon etwas früher an die Weinlese, um so Ertragsausfälle durch Schimmel zu vermeiden.

Dennoch sind die deutschen Winzer mit der Qualität ihrer Weine aus dem Jahr 2013 zufrieden. Der Jahresertrag lag zwar deutlich unter dem üblichen Mittel, die Qualität stimmt aber durch die Bank. Auch wenn das Weinjahr 2013 daher wohl kaum als "Jahrhundertjahrgang" in die Geschichtsbücher eingehen wird, so können sich die Weingenießer dennoch auf hervorragende Weine aus dem Jahr 2013 freuen. Allerdings ist auch damit zu rechnen, dass einige Winzer ihre niedrigen Erträge mit leicht erhöhten Preisen ausgleichen werden.

Der Schrecken des Weinbaus - Die Reblausplage

Im späten 19. Jahrhundert brach über die europäische Weinindustrie eine verheerende Reblausplage hinein, die große Teile des Weinbaus auf dem Kontinent zerstörte. Wie kam es dazu und wie gelangte der Plagegeist überhaupt über den Atlantik nach Europa?

Im 19. Jahrhundert war es durch die Erfindung des Dampfmotors erstmals möglich, lange Seereisen in die Neue Welt in kurzer Zeit und sehr viel kostengünstiger zu unternehmen. Gleichzeitig galt Botanik als ein schickes Hobby und viele Wissenschaftler und Amateur-Botaniker nutzten die neuen Transportmöglichkeiten, um in die Neue Welt zu reisen und mit vielen verschiedenen Pflanzenproben wieder zurück nach Europa zu kommen. Vor der Entwicklung des Dampfmotors war dies nur schwer möglich, da die Pflanzen auf der langen Seereise oftmals nicht überlebten. Dampfschiffe konnten die Strecke nun aber in gerade mal zwei Wochen zurücklegen. Eine Pflanze, die besonders häufig nach Europa gebracht wurde war die amerikanische Weinrebe Vitis aestivalis. Mit ihr wurde auch die Reblaus nach Europa eingeschleppt, die in der Weinindustrie verheerende Schäden anrichten sollte.

Die Reblaus kann großen Schaden an den Reben anrichten -
© flickr/naturgucker.de
Dieses winzige Insekt ist gerade mal einen Millimeter lang und kann dennoch große Schäden anrichten. Es injiziert seinen Speichel in die Wurzeln der Rebstöcke, worauf das ganze Wurzelsystem und damit die Rebstöcke absterben. Der Prozess kann sich über Jahre hinweg ziehen, während das Wachstum und die Rebproduktion der Rebstöcke immer weiter zurückgehen, bevor die Pflanze dann schließlich ganz abstirbt.

In Europa und besonders in Frankreich herrschte im 18. Jahrhundert ein goldenes Zeitalter des Weines. Sowohl die Menge, als auch die Qualität der produzierten Weine war zu diesem Zeitpunkt auf einem Höhepunkt, als hintereinander verschiedene Tragödien für den Weinbau eintraten. Zuerst traf der Mehltau die europäische Weinindustrie und richtete große Schäden an, die jedoch in weniger als einer Dekade wieder unter Kontrolle gebracht wurden konnten. Dies sollte jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack auf die viel schlimmere Reblausplage sein, die darauf über die europäische Weinindustrie zog.

Ab 1863 kam es zu einem ersten Aufflammen der Reblausplage in den Weinbergen des südlichen Rhône-Tals. Die Reblaus konnte sich schnell auf die Weinberge in ganz Europa ausbreiten. Erst 1866 wurde das Problem überhaupt von europäischen Wissenschaftlern ernst genommen, nachdem zahlreiche Winzer über ein mysteriöses Absterben ihrer Rebstöcke geklagt hatten. Es war der französische Professor Jules-Emile Planchon von der Universität Montpellier, der erstmals 1868 die winzige Reblaus entdeckte und sie als "Zerstörer" betitelte - als Phylloxera Vastarix.

Auch wenn die Zahl der betroffenen Weinberge immer größer wurde, nahmen Regierungen der europäischen Nationen das Problem zunächst nicht sehr ernst. 1872 wurde ein kleines Preisgeld ausgeschrieben, für jeden der ein Gegenmittel gegen die Reblaus finden würde. Die Ideen waren jedoch alles andere als praktikabel. Eine der absurdesten Ideen bestand darin, eine Kröte unter jedem Rebstock zu begraben, um so die Reblaus vom Wurzelsystem abzuhalten. Eine weitere Methode bestand darin, mit Stöcken auf den Boden um die Rebstöcke einzuschlagen, um so die Reblaus zu verjagen. Selbstverständlich zeigte keine dieser Maßnahmen Wirkung.

Reblausbekämpfung im Weinberg um 1900
© wikipedia/Bauer Karl 
Erst etwa ein Jahr später begannen auch die nationalen Regierungen sich für eine Lösung des Problems einzusetzen und finanzielle Mittel bereitzustellen. Der naheliegendste Ansatz zum Kampf gegen die Reblaus bestand darin, die Schädlinge zu töten. Dies geschah durch den Einsatz von Pestiziden oder durch ein Fluten der Weinberge, wodurch die Insekten ertranken. Beide Methoden waren jedoch sehr teuer und arbeitsintensiv. Eine Gruppe von Wissenschaftlern machte sich daher auf die Suche nach einer günstigeren Methode um gegen die Reblaus vorzugehen.

Nachdem Jules-Emile Planchon bestätigte, dass die Reblaus ursprünglich aus Amerika stammte, kam man auf die Idee europäische Rebstöcke auf den amerikanischen Wurzelstock aufzupfropfen, da amerikanische Reben resistent gegen die Reblaus waren. Diese Pfropf-Methode sollte eine langfristige Lösung für das Reblausproblem sein, war aber auch sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig, da die amerikanischen Rebstöcke sich erst an das europäische Klima gewöhnen mussten. Erschwerend kam noch dazu, dass kurz darauf eine dritte Plage über die europäischen Weinberge fiel. Mit den amerikanischen Rebstöcken wurde ironischerweise ein neuer Mehltau eingeschleppt, der ebenfalls große Schäden anrichtete. Das Mehltauproblem war zwar recht schnell gebannt, aber der katastrophale Schaden durch diese drei Schädlingswellen war bereits angerichtet.

In gerade mal 30 Jahren war die Weinproduktion in Frankreich um 75% eingebrochen und rund zwei Drittel der europäischen Weinberge waren zerstört. Nur wenige Anbauflächen blieben von dem Schaden verschont und die verzweifelten Winzer griffen auf dubiose Methoden zurück, was der Weinindustrie noch weiteren Schaden zutrug. Der Preis für guten Wein stieg stark an und mehr und mehr schlechter Wein gelangte in den Handel und auf die Tische der Weintrinker. Verzweifelte Winzer begannen sogar damit, mit Rosinen und fermentierten Zuckerrüben zu panschen. Erst zum Jahrhundertwechsel begann sich die europäische Weinindustrie wieder von dem immensen Schaden zu erholen.

Inzwischen hat sich der Weinbau in Europa von diesem Schock wieder erholt, aber die Reblaus wurde nie ausgerottet. Der Plagegeist ist immer noch dort draußen und nagt an den Wurzeln der Rebstöcke, auch wenn das Reblausproblem inzwischen unter Kontrolle gebracht wurde.

Der Weinberg in den Jahreszeiten

Es steckt viel Arbeit in einem Glas Winzerwein. Über das Jahr verteilt werden im Weinberg verschiedene Arbeiten erledigt, die die Winzer und ihre Gehilfen auf Trapp halten. Die Natur ist es, die dabei den Arbeitsrhythmus vorgibt. Welche Arbeit am Weinberg in den verschiedenen Jahreszeiten anfällt, zeigt der folgende Artikel.

Winter - Beginn der Weinsaison

Früher wie heute wird der Rebschnitt
per Hand durchgeführt - Copyright by Wikipedia/Bauer Karl
Die Weinsaison beginnt bereits im späten Winter. Noch während dem Januar und bis in den Februar hinein ist hier der Rebschnitt fällig. Dabei werden alte Weinstöcke entfernt und die Ertragsmenge für die nächste Ernte wird über die Menge der so genannten Fruchtruten festgelegt. Bei einem begrenzten Ertrag erhöht sich oftmals die Qualität des Weines, da weniger Trauben sich die begrenzten Inhaltsstoffe teilen müssen. Der Rebschnitt wird in mühevoller Handarbeit durchgeführt und kann sich über mehrere Wochen hinziehen.

 

Frühjahr- Die Reberziehung

Zum Beginn des Frühjahrs im März ist es Zeit für die Reberziehung. Dabei biegen die Winzer die Fruchtruten nach unten, damit das Sonnenlicht auch die inneren Triebe erreichen kann. So wird sichergestellt, dass alle Teile der Rebstöcke gleichmäßig Sonnenlicht abbekommen und alle Weintrauben sich gut entwickeln können. Wenn es in dieser Zeit öfter regnet, freut das die Winzer. Feuchte Fruchtruten lassen sich leichter biegen, ohne dass sie gleich splittern und brechen.

Nach der Reberziehung wird im April die Erde am Weinberg aufgelockert und gedüngt. Während früher nach Gefühl gedüngt wurde, werden die Winzer heutzutage von modernen Gerätschaften unterstützt. So wird nur in solch einer Menge gedüngt, wie es die Rebstöcke benötigen. Wenn die Reben auszutreiben beginnen, werden auch Pflanzenschutzmittel gegen den gefürchteten Mehltau gesprüht. Oftmals greifen die Winzer dabei inzwischen auf organische Mittel zurück, früher wurden aber auch Schwefelpräparate eingesetzt.

Sommer - Laubarbeiten und "grüne Lese"

Im Frühsommer beginnt die Blütezeit. Während dieser Phase müssen die Weinreben möglichst ungestört bleiben, damit während der Selbstbefruchtung die Pollen nicht verrieselen. Dies könnte den Ertrag am Ende der Saison stark einschränken. Manchmal wird der Ertrag auch während der Blütezeit durch nochmaliges Beschneiden der Rebstöcke weiter beschränkt, um so die Qualität der Weintrauben zu erhöhen.

Auch die Laubarbeiten fallen im Sommer an. Die Winzer binden die Weinreben fest, damit der Wind keinen Schaden anrichten kann und entfernen Blätter, damit die Luft zwischen den Weinstöcken besser zirkulieren kann. So wird einem Pilzbefall der Weinreben vorgebeugt.

Im Spätsommer wird es Zeit für die "grüne Lese". Dafür entfernen die Winzer kleine Beeren, um so nochmals die Qualität der verbleibenden Weintrauben zu verbessern.


Herbst - Die Weinlese

Weinlese von Hand - Copyright by
Wikipedia/Stefan Kühn
Während des Septembers kommt der Moment, auf den die Winzer das ganze Jahr gewartet haben: die Ernte. Die Weinlese ist ein aufwendiger Prozess, der sich über mehrere Wochen erstrecken kann, besonders wenn manuell geerntet wird. Eine maschinelle Ernte ist besonders bei Weinbergen mit Hanglage nicht immer möglich. Auch hat man bei der Weinlese von Hand mehr Kontrolle über die Qualität des Endprodukts, da faule und minderwertige Weintrauben gleich vor Ort aussortiert werden können.

 

 

Winter - Das Ende der Saison

Für den Winzer bleibt auch im Winter nicht viel Zeit zum Ausruhen. Die Erde am Weinberg muss zum Ende der Saison noch einmal umgegraben werden, bevor der erste Schnee fällt und den Weinberg bedeckt. Und schließlich wollen auch die Weintrauben zu Wein weiterverarbeitet werden. Der Weinberg selbst kann sich jedoch eine Pause gönnen, bis es dann im nächsten Jahr wieder von vorne losgeht.

Die Entwicklung des Weinbaus in der neuen Welt

Mit der Kolonialisierung kam auch der Weinbau in die Neue Welt, allerdings wurden Weine lange Zeit nur importiert - oftmals für religiöse Zwecke der europäischen Siedler. Da es beim Transport des Weines in die Neue Welt häufig Probleme gab, ging man dazu über den Wein selbst zu erzeugen. Während der Weinbau zunächst sehr europäisch geprägt war, entwickeln die Weinregionen der Neuen Welt langsam ihren eigenen Stil.  
 
 

Wie alles begann

Eine der wichtigsten frühen Rebsorte aus dieser Epoche war die "Mission", die besonders in Mexiko und vereinzelt auch in Kalifornien angepflanzt wurde, das sich später zum größten Weinproduzent der USA entwickeln konnte. Diese Rebe wurde bis nach Peru verbreitet und brachte hier den bekannten chilenischen País hervor.
País-Trauben
 
Ein erster Erfolg unter den Weinen der Neuen Welt war der Constantia aus Südafrika, der im 18. Jahrhundert in größeren Mengen auch nach Europa verkauft wurde. Der Wein aus Südafrika erfreute sich besonders in den europäischen Adelshäusern großer Beliebtheit und galt als Statussymbol.

Ein weiterer Pionier des Weinbaus in der Neuen Welt ist Australien. Gouverneur Phillip brachte erstmals 1788 Wein-Stecklinge vom Kapp der Guten Hoffnung zur damaligen Strafkolonie in New South Wales. Die ersten Versuche des Weinbaus scheiterten, da die Winzer große Schwierigkeiten hatten, mit dem ungewohnten australischem Klima umzugehen.
 
 

Die Anfänge des Weinbaus in Australien

Mit der Zeit konnte sich in Australien jedoch eine kleine Weinindustrie etablieren. Bis zu den 1820er Jahren wurde bereits australischer Wein auf dem Markt angeboten. Gregory Blaxland war der erste, der 1822 australische Weine auch außerhalb von Australien verkaufte und damit sogar einen Übersee-Preis gewinnen konnte. Im Jahre 1830 schließlich wurden die ersten Lagen im berühmten Hunter Valley angelegt, das noch heute zu den bedeutendsten Weinbauregionen von ganz Australien gehört. Internationale Anerkennung erfuhren australische Weine erstmals ab 1873, als einige Weine aus Victoria bei der Wiener Weinausstellung erstmals für Furore sorgen. Die französischen Preisrichter waren bei einer Blindverkostung fest davon überzeugt, dass es sich aufgrund der hohen Qualität um Weine aus Frankreich handeln müsste.
Rebfläche im Hunter Valley
Copyright by Wikipedia/Mfunnell
 
 

Der Weinbau in Südamerika

In Chile begann 1851 eine Modernisierungswelle im Weinbau, als Sylvestre Ochagavia erstmals französische Rebsorten ins Land brachte, darunter den Cabernet Sauvignon, den Merlot und auch den Pinot Noir. Bis in die 1870er Jahre konnte sich der Weinbau zum erfolgreichsten Zweig der chilenischen Agrarwirtschaft entwickeln.

In Argentinien kam es während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu einem regelrechten Boom in der Weinindustrie, besonders in der Weinbauregion Mendoza. Das Land konnte sich damit zum größten Weinproduzent in ganz Lateinamerika und zu einem der größten Hersteller weltweit entwickeln. Vorangetrieben wurde diese Entwicklung durch den Bau der Buenos-Aires-Mendoza Eisenbahnstrecke, die den Handel zwischen den Gebieten erheblich vereinfachte und kostengünstiger machte.
 
 

Die Besonderheiten der Weine aus der Neuen Welt

Da die Lagen der Neuen Welt oftmals in heißeren Klimagebieten liegen, als die Lagen Nordeuropas, weisen auch die Weine andere Merkmale auf. Typisch ist der höhere Alkoholgehalt und der vollere Körper. Weinkritiker wie Robert M. Parker Jr. haben ebenfalls einen großen Einfluss auf den Weinstil der Neuen Welt ausgeübt und für fruchtigere Weine und den Ausbau im Eichenfass gesorgt. Ab den späten 1980er Jahren kann unter den Winzern der Neuen Welt auch wieder ein Abrücken von diesem Trend beobachtet werden. Ein Beispiel dafür sind Chardonnay Weine aus Australien, dort zeigen sich die Winzer etwas zurückhaltender und konnten ihre Techniken immer weiter verfeinern.

Traditionell wurden Weine der Neuen Welt unter Namen von bekannten europäischen Weinbauregionen vermarktet, wie etwa Burgund, Champagne, Sherry oder Port. Dadurch bekamen die Konsumenten einen Überblick, was sie geschmacklich von den Weinen erwarten konnten. Dies änderte sich jedoch mit der Zeit, da einige europäische Weinbauregionen gegen die Verwendung ihrer Namen protestierten und die Winzer der Neuen Welt gleichzeitig mehr Selbstvertrauen entwickelten, auch eigene Namen zu verwenden. Seitdem werden häufig auch die Namen der Rebsorten zur Vermarktung der Weine genutzt.

Wein im Mittelalter

Im Mittelalter hatten es Menschen nicht leicht an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Besonders in der Stadt war Wasser aus natürlichen Quellen, wie Flüsse, Bäche oder Brunnen häufig stark verschmutzt. Milch und Fruchtsäfte zu trinken war nicht üblich und wurde eher selten als Durstlöscher eingesetzt. Großer Beliebtheit hingegen erfreuten sich Getränke, mit einen geringen Alkoholgehalt. Durch diesen waren die Getränke, wie Dünnbier und Wein, nicht so sehr belastet wie Wasser und wurden zudem haltbarer. Je nachdem ob man in der Stadt oder auf dem Land lebte, wurden unterschiedliche Getränke bevorzugt. Ebenso machte es einen großem Unterschied, welchem Stand man angehörte. Trotzdem zählte der Wein bereits im Mittelalter zu den beliebtesten Getränken.

Sauberes Wasser war keine Selbstverständlichkeit

Während des frühen Mittelalters war es für die Menschen nicht leicht, sauberes Trinkwasser zu finden. Konnten die alten Römer noch auf ihre Aquädukte zurückgreifen, welche die Bevölkerung mit sauberem Wasser versorgten, so waren diese Bauten bis ins Mittelalter hinein zerstört worden oder einfach verfallen.
Wasser holen war mühsam

Auf dem Land wurde Trinkwasser meist aus naheliegenden Flüssen und Bächen gewonnen, in der Stadt jedoch waren lediglich Brunnen eine Quelle für Trinkwasser, diese standen allerdings nicht allen Bürgern zur Verfügung. Auch war das Wasser aus den Brunnen nicht immer von guter Qualität, denn das Abwasser der Siedlungen floss zwangsläufig immer auch ins Grundwasser ein. Sauberes und hochwertiges Trinkwasser war daher für die Menschen des frühen Mittelalters eine Seltenheit.

Dünnbier und Tresterwein für das Volk...

Das Alltagsgetränk im Mittelalter waren daher alkoholische Getränke, wie Dünnbier oder mit Wasser verdünnter Wein. Diese Getränke hatten nur einen geringen Alkoholgehalt, waren durch den Brau- bzw. Gärprozess gut genießbar und enthielten sogar noch Nährstoffe.

Das Dünnbier war hier das Alltagsgetränk der Massen, während der Wein den Reichen und Wohlhabenden vorbehalten war. Das gemeine Volk konnte sich das edle Getränk nicht leisten. Das trank allerdings die Nebenprodukte der Weinerzeugung, der so genannte Tresterwein, aber selbst dieser war nicht für jeden bezahlbar.

...Wein für die Adeligen
Festtafel mit Adeligen

Bei den Adligen hingegen war der Wein fester Bestandteil der Ernährung und gehörte besonders zu den Ausschweifenden Festlichkeiten auf den Tisch. Er galt als Statussymbol und wer es sich leisten konnte, bewirtete seine Gäste mit dem edlen Rebsaft. Zudem genoss Wein einen guten Ruf, er galt als gesundheitsförderlich. Geschätzt wurde er wegen seiner positiven Wirkung auf die Verdauung und das Gemüt. Weintrinkern versprach man damals ein langes und gesundes Leben.

Der Weinbau im frühen Mittelalter

Die Weine des Mittelalters waren allerdings zu Beginn von weitaus minderer Qualität, als es die Weintrinker heutzutage gewohnt sind. Die verwendeten Weinreben waren sehr empfindlich gegenüber Fäule und mussten daher bereits frühzeitig geerntet werden. Auch die Erträge dieser frühen Weinreben ließen noch zu Wünschen übrig. Dafür konnte Wein allerdings sogar in  Norddeutschland angebaut werden, da während dieser Zeit noch bessere klimatische Bedingungen herrschten.

Neben den Weinreben waren auch die Techniken zur Weinerzeugung noch nicht sehr ausgereift. Die Kellerlagerung war etwa noch überhaupt nicht bekannt, die Weine kamen daher immer nur wenig gereift in den Handel. Auch mit der Hygiene war es nicht weit her. Trotz eines Verbots von Karl dem Großen wurde der Wein oftmals mit Füßen ausgepresst. An den kalten Tagen im Herbst sollen die Hilfsarbeiter dabei oftmals sogar die Stiefel anbehalten haben.

Weinhandel im Mittelalter

Bis zum Hochmittelalter verbesserte sich die Qualität des Weines allerdings und ab dem 9. Jahrhundert hatte sich der Rheinwein bereits zu einem begehrten Handelsobjekt aufgeschwungen. Die norddeutschen Hanse-Händler exportierten deutschen Wein sogar bis nach England und in die skandinavischen Länder. Auch der Import von Wein aus Frankreich, Italien und Spanien war bereits im Mittelalter gang und gäbe.

An den verschiedenen Weinqualitäten ließ sich während des Mittelalters so sehr gut der soziale Statuts des Käufers ablesen. Adelige tranken teuren Importwein oder die erste Pressung heimischer Weine, während das gemeine Volk sich höchstens den Tresterwein leisten konnte.

Mönch bei der Weinprobe

Der Einfluss der Kirche auf den Weinbau

Stark gefördert wurde der Weinbau im Mittelalter auch durch die vielen Klöster in Deutschland. Diese benötigten den Wein nicht nur als Grundnahrungsmittel, sondern auch für ihre religiösen Zwecke, schließlich symbolisiert der Rebsaft das Blut Christi. Den Mönchen war daher der Anbau und die Herstellung von Wein erlaubt und um viele Klöster wurden Weinberge angelegt.